Macbeth

So 24.9., 18.00 Uhr | Residenztheater Bayerisches Staatsschauspiel

von William Shakespeare

Ein Mann auf dem Hochplateau der Gesellschaft, mit Ehrgeiz, genügend Begabung und liebender Ehefrau bedacht, um ein maßvoll besonderes Leben zu führen. Der Weg kann nur nach oben führen, wenn man keine großen Fehler macht, die Zeit wird es fügen. Doch dann hört er Unerhörtes, und ein Gedanke setzt sich in ihm fest: Der Mächtigste von allen wird er sein, die Zeit überholen, die Sprossen überspringen - nur tätig werden müsste er, nicht mehr dem Gang der Welt folgen, sondern ihn bestimmen mit blutigen Händen. Seine Frau drängt den Zaudernden, zu denken, was er fürchtet und zu tun, was er denkt. Und angsterfüllt, eher vorwärtsfallend als springend, wagt er den Bruch mit seinem passiven Ich - und ein Alptraum beginnt, zwischen innerem Zerfall und höherer Mathematik.

Macbeth heißt dieser Mann, er hat König Duncan von Schottland in der Schlacht den verräterischen Than von Cawdor und die Norweger vom Hals geschafft und trifft auf dem Weg zur königlichen Danksagung drei Hexen, die ihm eine Beförderung und den Königstitel prophezeien. Als die Beförderung auf der Stelle eintrifft, wird aus dem Spuk eine Karriereanleitung. Lady Macbeth setzt alle geschlechtsspezifischen Manipulationsstrategien ein, den Ehemann in die Spur des Aufstiegs zu bringen, und eines der gequältesten Killerliebespaare der Literaturgeschichte wird geboren: Denn der erste Mord ist nicht krönender Abschluss, sondern Beginn einer Kette, die Macbeth Glied für Glied zusammenfügt, bis er sterbend sie schließt und in einsamem Höllengelächter die "Geburtsstunde des europäischen Nihilismus" (Peter von Matt) bezeugt.

Shakespeares schottisches Stück ist 400 Jahre alt, bis heute spricht man seinen Titel besser nicht aus, um dem Unglück zu entgehen, das es vermeintlich in sich birgt. Es ist in Blut getaucht, von Spukgestalten und Leichen bevölkert, von Dunkelheit und kollabierender Natur durchdrungen, von Schlaf gänzlich verlassen. Dabei erzählt es eine ganz irdische Geschichte von den Machtmechanismen unserer Welt, von der Gleichung, dass der Fall des einen den Aufstieg des anderen bedingt, und dass stets ein Preis zu zahlen ist für die Entscheidungen, die man trifft. Hatte Shakespeare wohl noch die politische Warnung vor tyrannischer Willkür und der Kraft des Bösen im Sinn, kündet die zivilisatorische Wüste in "Macbeth" uns heute von einer Welt, in der wir schaudernd Gesetzen folgen, die wir selbst aufgestellt haben.

Residenztheater Bayerisches Staatsschauspiel | Max-Joseph-Platz 1 | 80539 München
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