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Täglich frisch! 100 Jahre Münchner Großmarkthalle

Bis 15.7. | Münchner Stadtmuseum
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"August
 
München ist noch heute – im Unterschied zu anderendeutschen Städten – geprägt von seinen täglich stattfindenden Märkten: demViktualienmarkt, dem Elisabethmarkt, dem Pasinger Viktualienmarkt und dem Marktam Wiener Platz. Hinter dieser täglichen Versorgung der Stadt mit Obst undGemüse steckt eine effiziente Distributionsmaschine: die MünchnerGroßmarkthalle in Sendling. Dieser Ort ist den Münchnern weitgehend unbekannt,weil er nur zugelassenen Kunden zugänglich ist. Heute werden von hier nicht nurdie städtischen Märkte versorgt, sondern auch die Gemüsehändler, Gastronomenund Supermarktketten. Die Münchner Großmarkthalle ist in Europa der drittgrößteUmschlagplatz für Obst und Gemüse aus aller Welt.


Nach 100 Jahren des Bestehens ist die MünchnerGroßmarkthalle im Umbruch. Diesem Handelsplatz ist Bewegung eigen – in seinemtäglichen schnellen Geschäft genauso wie in den veränderten Bedingungen, unterdenen die Geschäfte ablaufen. Ein beachtenswerter Fakt der Kontinuität in derGeschichte der Großmarkthalle ist die Erhaltung des Standortes, die auch fürdie kommende Epoche gesichert ist. Ein Rückblick anlässlich des Jubiläumssollte einer Definition der Werte, die ein städtischer Platz für denFruchtgroßhandel bietet, dienen und den Diskurs zwischen Stadtpolitik,städtischer Marktleitung, privatwirtschaftlichen Händlern und den Anwohnern im StadtteilSendling unterstützen. Im Zusammenwirken dieser Gruppierungen besteht diebesondere Konstellation dieses Marktplatzes, der mit seinen 31 Hektar einbedeutendes Terrain im Stadtgebiet einnimmt.


"Ambulanter

Die Debatten um das Ob und Wie sind aus vielen Phasen derGeschichte des zentralen Handelsplatzes bekannt. Bereits der Gründung im Jahr1912 gingen zwei Dekaden des Abwägens voraus. Die Entwicklung der Stadt Münchenim 20. Jahrhundert spiegelt sich in den heterogenen Phasen der Großmarkthalleund so eröffnet die Betrachtung dieser Institution neue Aspekte auf daspolitische, soziale und wirtschaftliche Leben. Die Kriege mit ihrenHandelsbeschränkungen, Versorgungsengpässen und Zerstörungen schlagen sich hiergenauso nieder wie ganz aktuell die Gentrifizierung, die nach etwa demGlockenbachviertel und dem Westend nun den Stadtteil Sendling erreicht hat.Nicht zuletzt wegen der Großmarkthalle war Sendling bislang ein unterbewertetesViertel, das durch die anstehende Sanierung, Bebauung und Öffnung des riesigen Marktgeländesdeutlich an Attraktivität gewinnen kann.


Im Vorfeld des Jubiläums kam die Direktion der MünchnerMarkthallen auf das Münchner Stadtmuseum mit dem Anliegen zu, die Geschichteder städtischen Institution Großmarkthalle den Mitbürgern in einer Ausstellungbekannt zu machen und damit die abgeschiedene Welt der Gärtner, Händler,Importeure, Transportunternehmen und Marktkaufleute ins Zentrum der Aufmerksamkeitder Münchner zu rücken.


Dieses Ausstellungsprojekt konnte nur sehr eingeschränktaus den Sammlungen des Münchner Stadtmuseums bestritten werden. Die Vorläuferder Großmarkthalle – Viktualienmarkt und Schrannenhalle – haben bisher imMuseum Beachtung gefunden, schließlich dienten sie als Motive bekannterMünchner Maler. Solche Aufmerksamkeit hat die Großmarkthalle nicht erfahren undalltagsgeschichtliche Exponate fanden keine Beachtung. Die Recherche für dieAusstellung vor Ort, mit stundenlangen Streifzügen durch die Hallen, Gesprächenmit Händlern, Fahrten über das weitläufige Gelände und intensivenBeobachtungen, war die Basis, um die Abläufe des Marktgeschehens zu verstehen.Es folgten Termine mit Importeuren, Agenturen, der Werkleitung und demKommunalreferat. Immer stand neben dem Erfassen der komplexen Handelsabläufedie Suche nach Exponaten, die Aussagen zu Leben und Arbeit an derGroßmarkthalle zulassen. Zusätzlich zu diesem neu gehobenen Material werden inder Jubiläums-Ausstellung Fotos und Filme, die im Stadtarchiv München über diestädtische Institution Großmarkthalle gesammelt wurden, gezeigt.


"Kochbuch

Als Kategorien zur Beschreibung des Handelsplatzesentwickelten die Kuratoren: Masse – Frische – Bewegung. In diesem Rahmenerzählt die Ausstellung chronologisch und thematisch von Architektur, Händlern,Kunden, Erzeugern, sowie dem wirtschaftlichen und kulturellen Kontext der Versorgungder Stadt München mit Obst und Gemüse. Das besondere Interesse gilt neben der Darstellungder Organisationsform und Struktur dieses dynamischen Wirtschaftsbetriebes der Internationalität,die die Handelsform per se mit sich bringt aber auch der Akteure auf dem MünchnerGelände. Die Ware, um die sich alles Tun an der Großmarkthalle dreht, entziehtsich dem Museum gänzlich. Frisches Obst und Gemüse hat hier keinen Platz. Inder Umsetzung der Ausstellung wurde aus dieser Not eine Tugend gemacht: dieTransportkisten, mit denen Äpfel, Gurken und Orangen in die Großmarkthallegebracht werden, sind meist dekoriert mit Graphiken von ihrem Inhalt. Sierepräsentieren anschaulich die Handelsware.


Zur Ausstellung erscheint im Umschau-Verlag einBegleitbuch, das sich in zwei Teile gliedert. Der erste dokumentiert dieErzählung der Ausstellung und gibt einen Eindruck von deren Exponaten. Imzweiten Teil wird die Geschichte der heute an der Großmarkthalle ansässigenFirmen dargelegt. Sie wurden bei den Besitzern und Familien recherchiert und inZusammenarbeit mit ihnen erstellt. Deshalb können hier zahlreiche Fotografienaus Privatbesitz erstmals veröffentlicht werden.



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Cari110986, 23.02.2012
Eine wirklich sehr sehenswerte Ausstellung, die einem die Möglichkeit gibt, Einblicke in eine Welt zu bekommen, zu der man sonst keinen Zugang hat. Es verbreitet sich ein wunderbares Retro-Gefühl!



Münchner Stadtmuseum | St.-Jakobs-Platz 1 | 80331 München
Anfahrt mit dem MVV Anfahrt mit dem MVV

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