Augenblick, verweile
Fr 2.3., 19.30 Uhr | Staatstheater am Gärtnerplatz
Tschaikowskys Musik begleitet alle Tänzer irgendwann einmal im Leben: Sie lässt uns Gefühlswelten mit unseren Körpern im Tanz erleben; von Euphorie bis zur Erschöpfung, von Melancholie und Ekstase bis hin zu Sehnsucht und Verzweiflung [Hans Henning Paar].
Die meiste Zeit seines Lebens war Tschaikowsky unterwegs: auf Reisen, auf der Suche, auf der Flucht. Er litt unter Heimweh und sehr starker Einsamkeit. Das Komponieren, gleichsam Leidenschaft, und die damit verbundene Arbeitsdisziplin, waren für Tschaikowsky Rettung aus seiner seelischen Labilität, seiner Unzufriedenheit und dem ewigen Zweifeln. Viele Künstler kennen diesen Zustand. Das Leben des Tänzers ist geprägt von einer Art Heimatlosigkeit und dem steten Kommen und Gehen aufgrund kurzzeitiger Engagements. Fester Bezugspunkt ist die Leidenschaft für den Tanz, der sie mit Gleichgesinnten für einen gewissen Zeitraum an einen Ort bindet.
Die stete Suche und das damit einhergehende Gefühl der Sehnsucht und der Rastlosigkeit sind wichtiges Thema und auch Antrieb vieler Künstler. Der Wunsch, völlig in der Kunst aufzugehen, erfüllt sich für den Tänzer in dem kurzen transzendenten Moment auf der Bühne, wo er der normalen Welt entfliehen kann und den verschiedenen Facetten seiner Persönlichkeit Ausdruck verleiht.
Zu Orchesterwerken und Liedern Peter Iljitsch Tschaikowskys entwickelt Hans Henning Paar einen sehr persönlichen Abend über den Tanz und das Tänzerleben.
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