La Cage aux Folles
Fr 16.3./Mi 28.3., 19:30 Uhr | Staatstheater am Gärtnerplatz
„Ich bin, was ich bin, und was ich bin, ist ungewöhnlich“. Der/“die“ das singt, ist wahrhaftig ungewöhnlich und lebt in ungewöhnlichen Lebensumständen. Albin ist seit über 20 Jahren mit Georges, dem Besitzer und Conférencier des Cabarets La Cage aux Folles liiert und als Diseuse „Zaza“ die Hauptattraktion der Show. Gemeinsam haben er und Georges alle Höhen und Tiefen ihres Privat- und Showlebens gemeistert, gemeinsam Georges’ „kleinen heterosexuellen Fehltritt“ Jean-Michel großgezogen. Als Jean-Michel unverhofft ankündigt, ausgerechnet Anne, die Tochter des erzkonservativen Politikers und Moralapostels Edouard Dindon heiraten zu wollen, wird ihre Beziehung auf eine ernsthafte Probe gestellt: Die „Elternpaare“ sollen sich zur Verlobung kennen lernen und Jean-Michel braucht „ganz schnell“ eine „normale“ Familie. Albin muss mit ansehen, wie sein Ziehsohn und Georges eine Komödie inszenieren, um ihr wahres Leben zu kaschieren. Vor allem Albins exzentrische Persönlichkeit stellt dabei ein unübersehbares Problem dar. Aber er erweist sich einmal mehr als Meister der Travestie…
Eine französische Situationskomödie in der Tradition eines Molière, Feydeau oder Labiche war der Ausgangspunkt für Jerry Hermans Broadway-Musical La Cage aux Folles. Jean Poirets gleichnamiges Theaterstück, 1973 in Paris uraufgeführt, wurde 1978 zum ersten weltweit erfolgreichen Film aus dem Drag-Queen-Milieu umgesetzt. Jerry Herman, geboren 1933 in New York und mittlerweile ein „Klassiker“ unter den Broadway-Komponisten, verband die Komödie auf einzigartige Weise mit zutiefst „amerikanischer“ Musik und dem „Showbiz“. Zunächst sah er im perfekten Libretto nur die Chance für gute Unterhaltung, erst beim Komponieren vertiefte sich für ihn die inhaltliche Botschaft der Akzeptanz gegenüber Minderheiten: „Alle lieben das Stück, weil es von Menschen und von Liebe erzählt. Erst dann bemerkt man, dass es sich um zwei Männer handelt“.
Der Polarität in unserer Zeit, in der einerseits sämtliche Vorurteile über Homosexualität überwunden scheinen und „Drag Queens“ umjubelt auf „love parades“ durch die Straßen ziehen, andererseits das „Outing“ eines homosexuellen Fußballstars dessen Karriereende bedeutete oder über die Elterntauglichkeit homosexueller Paare gestritten wird, nähert sich „la cage aux folles“ humorvoll und gescheit zugleich an.
Für diese Inszenierung konnte mit Helmut Baumann (Regie und Bühne; ehemals Intendant des Berliner Theater des Westens), Uta Loher (Kostüme) und Jürgen Burth (Choreografie) ein seit Jahrzehnten im Musicalbereich international erfolgreiches Team verpflichtet werden. In dieser Spielzeit erlebt "La cage aux Folles" seine dritte (und letzte) Wiederaufnahme am Gärtnerplatztheater.
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