Gyges und sein Ring
Sa 3.3., 18:00 Uhr, Di 6.3./Di 20.3./Mo 26.3., 20:00 Uhr | Residenztheater
Bayerisches Staatsschauspiel
Die Frau ist wunderschön und fremd – und sie trägt einen Schleier. Nur ihr Vater und ihr Mann dürfen Rhodope, Gattin des mythischen Königs Kandaules, unverhüllt sehen. Doch Kandaules glaubt den alten Zeichen und Regeln nicht
„Was steckt denn auch/In Schleiern, Kronen oder rost’gen Schwertern/Das ewig wäre?“
Der Augenmensch Kandaules, der die Dinge sieht, wie sie sind, erhält von seinem griechischen Freund Gyges einen Ring mit der magischen Kraft, seinen Träger unsichtbar zu machen. So kann er noch das letzte Geheimnis, das ihm anvertraut ist, lüften – er lädt Gyges ein, unbemerkt in sein Schlafzimmer zu kommen, um die Schönheit seiner Frau zu bewundern. Die Aufklärung, die entschleiern muss, kein Geheimnis verträgt, immer „kommuniziert“ und an die Öffentlichkeit zerrt, steht in diesem Stück gegen die alte Kraft des Glaubens und der Bedeutsamkeit, der Repression und des Fanatismus, die unversöhnlich, blutschreierisch und überdreht jede Grenzverletzung für eine Lebens- und Weltfrage hält.
Die Tiroler Regisseurin Nora Schlocker *1983 inszeniert die selten gespielte Tragödie von Friedrich Hebbel 1813 bis 1863, in der der Widerspruch zwischen Moderne und Tradition, Transparenz und Geheimnis unaufgelöst bleibt.
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