Brigitte Lorenzer und Liesl Karlstadt, 1938 © Veranstalter

Liesl Karlstadt: Schwere Jahre 1935 – 1945

Sonderausstellung im Valentin-Karlstadt-Musäum

Am 12. Dezember jährte sich der 125. Geburtstag von Liesl Karlstadt. Für das Valentin-Karlstadt-Musäum ist dies Anlass für eine Sonderausstellung zu Ehren der berühmten Namenspatronin, bayerischen Schauspielerin und Kabarettistin. Im Zentrum der Ausstellung „Liesl Karlstadt. Schwere Jahre 1935 – 1945“ stehen die bisher unveröffentlichten Briefe an ihre enge Vertraute Norma Lorenzer. Ergänzt durch Bilder und Dokumente wird so eine unendlich schwierige Zeit im Leben und Wirken Liesl Karlstadts beleuchtet.

Und als kritisch, kräftezehrend und verzwickt gilt dieser Lebensabschnitt der Ausnahmekünstlerin zu Recht. Hatte sich doch der exzentrische Karl Valentin, ihr langjähriger Bühnenpartner, den sie im Jahre 1911 in München kennengelernt hatte, mit seinem ohnehin mehr als zweifelhaften Museumsprojekt, dem Panoptikum 1934 nicht nur schwer verschuldet, sondern Karlstadt auch gleich noch gegen die jüngere Schauspielerin Anne-Marie Fischer ausgetauscht.

Liesl Karlstadt, Ideengeberin hunderter Dialoge und Sketche des Duos, Organisatorin und psychische Stütze Valentins, war nervlich zerrüttet und versuchte, sich am 6. April 1935 mit einem Sprung in die Isar das Leben zu nehmen. Es folgte eine von langen Aufenthalten in Kliniken und Rehabilitation, von Gehversuchen und Rückschlägen geprägte Zeit, in der ihre persönliche Beziehung zu dem verheirateten Karl Valentin immer schwieriger wurde.

Nach einem erneuten Zusammenbruch 1941, verbrachte sie einige Zeit zur Erholung im Gebirge. Auf Wanderungen freundete sie sich mit Soldaten auf der Ehrwalder Alm an und tat als einziger weiblicher
„Mulitreiber“ sogar in einer Phantasie-Uniform und mit dem Pseudonym „Gefreiter Gustl“ auf der Alm Dienst. In der Gemeinschaft mit den Soldaten und im Einklang mit den geliebten Bergen erholte sie sich von den Strapazen. Das Kriegsende erlebte sie in München.

Zu sehen ist die Ausstellung „Liesl Karlstadt. Schwere Jahre 1935 – 1945“ noch bis 20. Februar im Valentin-Karlstadt-Musäum am und im Isartor.

Öffnungszeiten:
» Mo, Di & Do 11.01-17.29 Uhr
» Fr & Sa 11.01-17.59 Uhr
» So 10.01-17.59 Uhr

Weitere Informationen unter www.valentin-musaeum.de

Von | 2018-01-29T14:54:18+00:00 Jan 29, 2018|