Das Münchener Kammerorchester © Sammy Hart

„Wandern“

Die Konzertsaison des Münchener Kammerorchesters

Das Münchener Kammerorchester hat seine aktuelle Konzertsaison unter das Motto „Wandern“ gestellt. Nicht alles, was das wie immer engagierte Programm vorhält, lässt sich auf den ersten Blick darin einordnen oder als solches erkennen.

Einige Antworten auf das, was Wandern in musikalischer Art und Weise sein kann, gibt die angelaufene Saison aber in bravouröser Manier: Gleich drei Mal steht Musik von Franz Schubert auf dem Programm.

Der Italiener Stefano Gervasoni komponierte im Auftrag des Orchesters einen Liederzyklus für Mezzosopran und kleines Orchester. „Concentric Paths“ ist das Violinkonzert von Thomas Adès betitelt, mit dem der gefeierte Geiger Augustin Hadelich beim MKO debütiert. Prozessionsartiges Schreiten ist im Andante von Beethovens Siebter Symphonie zu erleben, einem der suggestivsten Sätze der Wiener Klassik.

Clemens Schuldt © Sammy Hart

Auch das im 2. Abokonzert erklingende Streicherstück des Esten Erkki-Sven Tüür bedient sich der Metaphorik von Pfaden und Spuren.

Als Wanderer zwischen zumeist getrennten musikalischen Welten erscheinen im 7. Abonnementprogramm die E-Gitarren in Tristan Murails „Contes cruels“ und in dem Ensemblestück „The Wire“ des Amerikaners Bryce Dessner. Als Dirigent dieses kontrastreichen Abends stellt sich der junge Engländer Ben Gernon erstmals in München vor.

Auch für 2017/18 hat das MKO wieder mehrere Kompositionsaufträge für die Abonnementreihe erteilt. In allen Fällen handelt es sich um die Fortsetzung bereits bestehender Partnerschaften. Ein neues experimentelles Format ist mit „MKO trifft whiteBOX“ angekündigt: Im Juni werden Clemens Schuldt, die Trondheim Voices und das Orchester zusammen mit der Komponistin Manuela Kerer und einem internationalen Team von Sound- und Lichtgestaltern ein multimedial inszeniertes Wandelkonzert bestreiten.

Wandernde sind aber auch die Musiker des Orchesters selbst – und das nicht nur bei zahlreichen Gastspielen und Konzertreisen. Nach wie vor hat das MKO kein dauerhaftes Probelokal und erst recht keine gemeinsame Heimstatt für Musiker und Verwaltung.

Karten an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

2017-11-30T14:37:06+00:00