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Die Gletscher Islands bedecken einen Großteil der Insel und gehören zu den beeindruckendsten Naturerfahrungen der Welt.
Ragnar Axelsson ©
Mýrdalsjökull, Iceland, 2010

Ragnar Axelsson. Where the world is melting.

14. Januar 2022

Ausstellung im Kunstfoyer der Versicherungskammer Kulturstiftung

Der Isländer Ragnar Axelsson, einer der gefragtesten Fotografen des Nordens, beobachtet den Klimawandel schon seit Langem mit größter Sorge. Seit mehr als 40 Jahren dokumentiert er die dramatischen Veränderungen von Landschaften und Lebensräumen am Rand der bewohnbaren Welt und reist in die abgelegensten und isoliertesten Regionen der Arktis, zu Inuit-Jägern nach Nordkanada und Grönland, zu Bauern und Fischern auf Island und den Färöerinseln und zur indigenen Bevölkerung in Nordskandinavien und Sibirien. Seine Informationen stammen aus erster Hand, von den Menschen vor Ort. Axelsson scheut keine Risiken und Mühen, sie immer wieder zu besuchen und Zeit mit ihnen zu verbringen. Aus diesem Grund und weil er den oftmals beschwerlichen Alltag mit ihnen teilt, genießt er ihr Vertrauen. Das wiederum erlaubt es ihm, Momentaufnahmen ihres Lebens zu machen und ihre Erzählungen aufzuschreiben – so wird er zum Botschafter ihrer Existenz und der sich verändernden Lebensbedingungen.

Das andere große Thema, das ihn begeistert, ist die Kraft der Elemente und die Erhabenheit der nordischen Natur. Davon zeugen seine beeindruckenden fotografischen Landschaftporträts. Mit dem Blick des Forschers und Künstlers analysiert er auch die kleinsten Naturstrukturen, die an moderne Zeichnungen eines Paul Klee oder Per Kirkeby erinnern. Die ästhetische Entscheidung für Schwarz-Weiß hält er dabei konsequent ein.

Fotografien vom nicht-so-ewigen-Eis

Axelssons Engagement reicht jedoch weit darüber hinaus, ausschließlich selbst als Fotograf und Journalist aktiv zu sein. Einige Fotografen, darunter der Magnum-Fotograf Paolo Pellegrin, haben ihn gebeten, sie bei ihren Projekten über den Klimawandel zu unterstützen. Axelsson, ein erfahrener Pilot, ist auch mit Ólafur Elíasson über die Gletscher in Island geflogen, als jener an seinem künstlerischen Gletscherprojekt arbeitete. Zudem hat er die Klimaforscher Stefan Rahmstorf und Michael Mann begleitet, als diese die schmelzenden Gletscher sehen wollten. Axelsson ist gut befreundet mit dem Vulkanologen Haraldur Sigurðsson. Mit ihm ist er an entlegene Orte in Indonesien und Grönland gereist, wo sie unter anderem die blauen Seen auf dem schmelzenden Grönlandgletscher untersucht haben.

Eine schmelzende Welt

Diese Ausstellung im Kunstfoyer der Versicherungskammer Kulturstiftung mit begleitendem Katalog „Where the World Is Melting“, bietet einen ersten persönlichen Blick auf Axelssons Lebenswerk, das selbstverständlich noch nicht abgeschlossen sein kann. Denn hinter seinen Fotografien steht die feste Überzeugung, dass die traditionelle Kultur der arktischen Bevölkerung nicht nur im Verschwinden begriffen ist, sondern den zerstörerischen Auswirkungen größerer Kräfte wie der Wirtschaft und des Klimawandels nicht standhalten kann. Diesen Menschen, die vom Klimawandel gezwungen werden, ihre jahrhundertealte Lebensweise an veränderte Bedingungen anzupassen oder auch aufzugeben, sind Ausstellung und Katalog gewidmet.

Ragnar Axelsson. Where the world is melting.

Bild 1 von 4

Seit über 40 Jahren fotogra ert Ragnar Axelsson , Menschen, Tiere und Landschaften in den entlegensten Regionen der Arktis, etwa in Island, Sibirien und Grönland.
Ragnar Axelsson ©
Mads Ole Hunter, Thule, Greenland, 2019


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