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Das Musikfestival „Out Of The Box“ im Werksviertel-Mitte

Normal war gestern

Mit dem Musikfestival „Out Of The Box“ im Werksviertel-Mitte verlässt die whiteBOX im Januar und Februar nicht nur die eigenen vier Wände, sondern bewegt sich bewusst zwischen sämtlichen Genre-Grenzen der Musik. Vom 11. Januar bis 3. Februar erwarten die Zuschauer Konzerte auf Instrumenten aus Eis oder unter Wasser, Projektionen und digitale Medienkunst im Zusammenspiel mit akustischem Raumklang und Live-Improvisation, Kinderkonzerte und Workshops.

Wer im Englischen „out of the box“ denkt, verlässt die üblichen Schemata des Denkens und Einordnens von Wirklichkeit. Der Begriff steht für eine kreative, unorthodoxe und durchaus schräge Herangehensweise – ein Credo, das sich die whiteBOX ins Pflichtenheft geschrieben hat. „Mit Out Of The Box treiben wir diese Selbstverpflichtung auf die Spitze“, erläutert whiteBOX-Geschäftsführerin Dr. Martina Taubenberger ihren Ansatz bei der Programmierung des Festivals, „einige der Produktionen, die wir vor Ort realisieren, sind regelrechte Grenzüberschreitungen.“ Dabei müsse man gar nicht so tief graben. „Viele Künstlerinnen und Künstler haben mutige und außergewöhnliche Ideen und Projekte, die sich schwer als Gastspiele oder auf Festivals umsetzen lassen.“ Diesen Visionen eine Bühne zu geben, hat sich die whiteBOX mit dem außergewöhnlichen Musikfestival vorgenommen.

Das erste Wochenende des Festivals Out Of The Box verlässt gleich in mehrerlei Hinsicht die gängigen Konzertformate: Terje Isungset, den die whiteBOX bereits im Januar 2018 mit einem kleinen Preview-Konzert in den eigenen Räumen vorgestellt hat, kehrt zurück – und steigt dem Werksviertel buchstäblich aufs Dach. „Wir wollten etwas tun, was eigentlich überhaupt nicht möglich ist.“, erläutert Taubenberger, „ein Open-Air-Festival im Januar.“ So wird die Eventlocation „München Hoch5“ auf dem Dach des WERK 3 vom 11. bis 13. Januar 2019 zum Schauplatz für mehrere spektakuläre Eismusik-Performances.

Der norwegische Percussionist Isungset hat sich dazu ein beeindruckendes Line-Up an Musiker eingeladen, die speziell für diese Konzerte ihre herkömmlichen Instrumente gegen Resonanzkörper aus gefrorenem Wasser eintauschen und das täglich wechselt. Mit dabei sind neben dem Spiritus Rector Terje Isungset selbst die Sängerin Maria Skranes (Gesang, Eis-Percussion, Electronics), das Trio Mediaeval, Arve Henriksen (Eis-Trompete, Eis-Alphorn), Anders Jormin (Eis- Kontrabass) und Asle Karstad (Sound Design).

Die Musik auf Instrumenten, die vor Ort aus dem Eis geschnitten werden, eingebettet in eine Eisskulpturenlandschaft des französischen Bildhauers Eric Mutel, ist nicht das einzige, was bei diesem wirklich ungewöhnlichen Musikfestival gehörig aus dem Rahmen fällt.

Emile Holba

Vom 25. bis 27. Januar 2019 musizieren die Performer des dänischen Ensembles „Between Music“ in der Produktion AquaSonic vollständig unter Wasser. Eingetaucht in Wassertanks aus Glas spielen und singen die fünf Musikerinnen und Musiker in der whiteBOX. Zu hören sind Musik und Kompositionen, die gleichzeitig unheimlich, melodisch und kraftvoll klingen und dem Publikum nicht nur akustische, sondern auch visuell spektakuläre Momente bieten. Exklusiv für die whiteBOX konzipieren Between Music eine Galerie-Version der Produktion AquaSonic, die auf den quadratischen Ausstellungsraum im zweiten Stock des WERK3 genau zugeschnitten ist, als ein Kunstformat zwischen Performance und Installation.

AquaSonic ist das faszinierende Ergebnis jahrelanger Forschung im Bereich musikalischer Performances unter Wasser, die Grenzen sprengen und unsere gewohnten Wahrnehmungsmuster herausfordern können. Die Künstler von Between Music führten im Laufe der Jahre gemeinsam mit Tiefseetauchern, Instrumentenbauern und Wissenschaftlern unzählbar viele Experimente durch, um die völlig neuartigen und auf das Element Wasser spezialisierten Instrumente entwickeln zu können. Dazu zählen u.a. Unterwasserorgel, -schlagwerk und -violine sowie Hydraulophon, Crystallophon, Rotacorda.

Aquasonic

Weitere Programmpunkte sind eine Dance Night mit den drei Münchener Bands Organ Explosion, SLATEC und Ark Noir im Technikum am 19. Januar 2019 sowie ein Wochenende der Digitalen Poesie, das den Verbindungen und den Spannungsverhältnissen zwischen analog und digital, zwischen Virtualität und Realität und zwischen Visuellem und Klang gewidmet ist.


Die whiteBOX wird bei diesem dritten Programmschwerpunkt des Festivals vom 31. Januar bis 3. Februar zum Spiel-, Gestaltungs- und Entfaltungsraum für multimediale Entdeckungen. Die poetischen Expeditionen ins Virtuelle und Digitale, mit teilweise aufwändigen Lichtinstallationen und futuristischen künstlerischen Experimenten überraschen, verwundern, faszinieren, ganz nach dem Motto des Festivals „Raus aus dem Üblichen – unter die Haut“.

Eingeladen sind Künstler, die sich die Technologien für ihre künstlerischen Visionen in Zusammenarbeit mit Softwaredesignern und Informatikern selbst konzipiert haben: Claudio Puntin & Alba G. Corral, Kurt Laurenz Theinert mit Visual Piano und Ralf Schmid mit PYANOOK. Sie alle verbindet die Suche nach Antworten auf Fragen wie: Welche Möglichkeiten eröffnen digitale Medien für die künstlerische Produktion? Wo stellen sie eine Bereicherung dar? Wie verbindet sich Analoges und Digitales in zeitgenössischer Musik? Wie ist das speziell in der Live- Musik? Und vor allem: Wann sind die digitalen Mittel bloße Spielerei – wann zwingender künstlerischer Ausdruck?

Ark Noir

Zentral für Out Of The Box ist der Bereich der Musikvermittlung. „Es geht uns darum, Menschen zu vernetzen durch gemeinsame Erlebnisse, die unter die Haut gehen“, betont Taubenberger. Deshalb ist es ein wichtiger Auftrag des Festivals, Besucher jeden Alters und Hintergrunds die Musik näher zu bringen – im wahrsten Sinne des Wortes. Sämtliche Programme werden von Familienkonzerten sowie von Künstlerbegegnungen und Workshops begleitet.

Die Konzepte für die Vermittlungsformate werden gemeinsam mit den eingeladenen Künstler im Vorfeld und vor Ort erarbeitet. Gespannt darf man auch sein auf den Endpunkt des Jugendkompositionsprojekts „Pastorale re/visited – Klimawandel hören“, das bereits seit Herbst 2018 in Kooperation mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und dem Haus der Berge Nationalparkzentrum Berchtesgaden läuft und dessen Ergebnisse am 20. Januar in der whiteBOX präsentiert werden. In Zusammenarbeit mit je einer weiterführenden Schule in München (Hermann-Frieb-Realschule) und in Berchtesgaden (Gymnasium Berchtesgaden) erarbeiten die Komponisten und Musikvermittler Fraser Trainer und Florian Riedl, Musiker des BRSO und die Videokünstlerin Stephanie Maier, die ihr Atelier in der whiteBOX hat, mit 30 Jugendlichen eigene Kompositionen und visuelle Inszenierungen zum Thema Klimawandel.

Dabei sollen Field Recordings und Archiv-Bildmaterial aus dem Nationalpark rund um den Watzmann und den Königsee ebenso eingebunden werden wie instrumentale Interpretationen von Naturgeräuschen. Das Projekt soll die Auseinandersetzung von Jugendlichen mit dem Klimawandel fachlich-wissenschaftlich und musikalisch fördern. Die Projektteilnehmer finden anhand konkreter Spuren des Klimawandels im Nationalpark Berchtesgaden einen persönlichen, sinnlich-kreativen Zugang zu diesem Thema und machen es für andere in einer öffentlichen Präsentation hör- und sichtbar: mit eigenen Kompositionen und einem Bühnenbild.

Pastorale revisited

Weiteres zum Festival findet ihr unter www.OutOfTheBox.art. Karten hierzu könnt ihr bei Münchenticket erwerben.


Weiteres in den Rubriken Highlights in und um München und Pop/Rock und auf den Seiten Highlights und Pop/Rock.