Die Wirklichkeit der Farbe - Malerei und Reflexion
Parallel zur Ausstellung von Friedrich G. Scheuer stellt das Museum fünf Künstler*innen verschiedener Generationen vor, die jeweils einen Raum des Museums bespielen. Die Positionen bewegen sich an der Schnittstelle von Ungegenständlichkeit und Gegenständlichkeit und zeigen die Vielfalt der aktuellen künstlerischen Auseinandersetzung mit der Farbe auf. Sie thematisieren, wie Farbe als künstlerisches Material eingesetzt und wahrgenommen wird, und beschäftigen sich auch mit dem Verhältnis von Bild und Wirklichkeit. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Schaffen von Künstler*innen, die in München studierten und auch dort leben.
So untersucht der Münchner Maler Felix Rehfeld (*1981) die Erscheinung und Materialität von Farbe und deren Möglichkeiten, gegenständliche Eindrücke zu erzielen. Aus einer gestisch anmutenden Malerei entstehen etwa Bergmassive. Mit seinen goldenen Arbeiten wiederum, die den Eindruck dick aufgetragener Goldfarbe vermitteln, befragt er nicht nur den Wert von Kunst und des wertvollen Materials Gold, sondern er spielt auch auf raffinierte Weise mit dem Verhältnis von Bild und Abbild.
Andreas Zagler (* 1996) schafft reduzierte Bilder, deren klare Setzungen von höchster Präzision sind. Mit wenigen farbigen Elementen setzt er die malerische Geste selbst ins Bild, das Auftragen von Farbe auf die Leinwand. Dabei gelangt er zu Werken, die räumlich erscheinen und unsere Wahrnehmung herausfordern, indem die Malerei selbst einen objekthaften Charakter annimmt.
Als einzige nicht-malerische Position stehen in der Ausstellung die Spiegelobjekte von Hubertus Hamm (*1950), die das Verhältnis von Bild und Wirklichkeit von einer anderen Seite her beleuchten. Die gebogenen, glänzenden Oberflächen beziehen die reale Umgebung in das Werk mit ein und erzeugen so ständig wechselnde Farbwirkungen. Indem sie kein festes Bild zeigen, sondern die Wirklichkeit selbst spiegeln und damit die Grenze zwischen Darstellung und Realität auflösen, fragen sie nach der Gültigkeit eines Abbilds und sowie danach, wie wir ein Bild wahrnehmen.
Viola Bittl (* 1980) thematisiert in ihren vielschichtigen Arbeiten die Materialität der Farbe, Raum und Wahrnehmung. Mit sich überlagernden Farbebenen und breiten, lasierenden Pinselstrichen, die bisweilen kalligraphisch anmuten und ebenfalls das Auftragen von Farbe auf die Leinwand ins Bewusstsein rücken, erreicht sie dreidimensionale Wirkungen, die an Räume, übereinandergestapelte Körper oder auch an zarte, gestaffelte Stoffbahnen erinnern mögen.
Angelika Trojnarski (*1979) schöpft aus einer tiefempfundenen Faszination für die Natur. Sie beschäftigt sich mit Naturphänomenen wie Wolken, Stürmen, Licht oder Feuer, die sie in ihren Bildern unmittelbar aus der Farbigkeit der Malerei heraus anschaulich erfahrbar macht. In ihren Papierarbeiten, die sie bisweilen mit einer echten Flamme bearbeitet, bezieht sie physikalische Prozesse mit ein und überschreitet damit die Grenze der klassischen Malerei.
Quelle: Veranstaltende
Schloßstr. 3b, 85737 Ismaning
www.kallmann-museum.de
Öffnungszeiten:
» Di-So & Fei 13.00-17.00 Uhr
Eintrittspreise:
» Erwachsene 5 €
» Ermäßigt 4 €
» Gruppen 3,50 € pro Person (ab 10 Personen)
Anfahrt (MVV & MVG):
» S-Bahn S8: Ismaning
» U-Bahn U6: "Studentenstadt", dann Bus 231 Richtung "Ismaning" bis "Parkstraße"
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