Mendele Lohengrin
Ein armer jüdischer Musikant, der seinen Lebensunterhalt mehr schlecht als recht mit Hochzeitsauftritten verdient, erfüllt sich einen Traum: von seinem mühsam Ersparten leistet er sich einen Besuch im kaiserlichen Hoftheater in Wien. Zufällig hört er - ohne jedes Vorwissen - Wagners Lohengrin. Die Oper verändert sein Leben: zurück in seinem Shtetl möchte er zu jüdischen Festen nur noch Wagners Melodien spielen, nicht mehr die traditionellen Melodien - das führt natürlich zu einem Konflikt.
Die Fragen, die Mendele bewegten, müssen auch wir uns stellen: "Was hat die Musik mit die Juden zu thun oder mit die Christen? [.] Is Musik koscher? Is eine Melodie trefe? Muss man denn Noten einsalzen und auswaschen? Muss man eine Fidel schachten?"
Sexisten, Rassisten, Antisemiten: Wie erleben wir heute Kunst, deren Erschaffer politische oder gesellschaftliche Ansichten hatten, die wir nicht teilen?
Heinrich York-Steiner schrieb 1898 die unterhaltsame Geschichte von Mendele, die das JCOM mit Musik zwischen Klezmer, Wagner und heute auf die Bühne bringt: Ein charismatischer Schauspieler und eine mitreißende Sängerin. Dazu das bunt besetzte JCOM unter Daniel Grossmann. Lustige, traurige und nachdenkliche Momente. Das kann nur ein gelungener Abend werden!
Quelle: Veranstalter
Theaterkasse, Tel. 2 33-9 66 00 (Mo-Sa 11.00-19.00 Uhr, So & Fei geschlossen), Kartenansage: Tel. 2 33-9 66 01
Maximilianstr. 26-28, 80539 München
www.muenchner-kammerspiele.de
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