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Common Ground

31. März 2026

Der Triple Bill des Bayerischen Staatsballetts

Das Bayerische Staatsballett feierte im Rahmen der Ballettfestwoche die Premiere von „Common Ground“ im Nationaltheater. Der dreiteilige Ballettabend vereint Werke von Alexander Ekman, Johan Inger sowie Jiří Kylián und stellt die Frage nach den gemeinsamen Grundlagen künstlerischen Schaffens. Was verbindet unterschiedliche Handschriften, Generationen und Perspektiven? Wo liegt der gemeinsame Boden, von dem aus Neues entstehen kann? Der Triple Bill ist in dieser Spielzeit vom 16. April bis 14. Juli noch neunmal im Nationaltheater zu sehen. Alle drei Choreografen sind eng mit dem Nederlands Dans Theater in Den Haag verbunden, wo ihre Werke uraufgeführt wurden. Neben einer geteilten künstlerischen Haltung, in der auch Humor und Selbstreflexion ihren Platz haben, durchziehen subtile inhaltliche Bezüge den Abend. „Common Ground“ versteht sich so als Dialog dreier eigenständiger Positionen, die sich gegenseitig spiegeln und ergänzen.

Cacti, IMPASSE und Bella Figura

Common Ground München Ballett,
Bella Figura © S. Gherciu

Den Abend eröffnet „Cacti“ von Alexander Ekman (2010). Mit feinsinnigem Witz und einer Sprechstimme im Off nimmt Ekman die Mechanismen des Kulturbetriebs ins Visier. Ein scheinbar harmloser Gegenstand wie der Kaktus wird zur Projektionsfläche überbordender Deutungen. 27 Kakteen bevölkern die Bühne, während Tanzende sowie ein Streichquartett gleichberechtigt agieren. In der Reibung von Text, Musik und Bewegung entfaltet sich ein humorvoller Kommentar auf das Reden über Kunst und die Suche nach Bedeutung.

„IMPASSE“ (2020) von Johan Inger führt in eine räumlich wie gesellschaftlich zugespitzte Situation. Der Titel bedeutet Sackgasse und beschreibt einen Zustand, in dem neue Tatsachen und ungewohnte Lebensentwürfe aufeinandertreffen. Zu der  energiegeladenen Musik von Ibrahim Maalouf und Amos Ben-Tal entfaltet Inger poetische und bisweilen skurrile Episoden. Trotz aller Ausweglosigkeit schimmern Hoffnung und Menschlichkeit auf. Die Choreografie fragt, wie wir uns in Momenten der Verunsicherung behaupten und ob wir uns selbst treu bleiben können.

Den Abschluss bildet „Bella Figura“ (1995) von Jiří Kylián. Neun Tanzende begeben sich auf eine Reise durch Zeit, Raum und Licht. Zu barocker Musik kreist das Werk um Schönheit, Verletzlichkeit und die Relativität ästhetischer Wahrnehmung. Kylián hinterfragt, ob es eine klar umrissene Aufführung überhaupt geben kann oder ob wir nicht unser ganzes Leben lang Rollen spielen. Körperliche Intensität und poetische Bilder verdichten sich zu einer Parabel über Würde und Zweifel.

„Common Ground“ führt prägende choreografische Handschriften unserer Zeit zusammen und setzt ihre jeweiligen Perspektiven in einen lebendigen Dialog.

Weitere Informationen finden Sie außerdem im Kalender und auf der Webseite des Nationaltheaters.


Weiteres in der Rubrik Ballett und auf der Seite Ballett.

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