
Und die Blumen riechen trotzdem – Zwei künstlerische Positionen im Museum Fürstenfeldbruck
Zwei Generationen im Dialog
Mit der Ausstellung „Und die Blumen riechen trotzdem“ bringt das Museum Fürstenfeldbruck zwei Künstlerinnen zusammen, die auf unterschiedliche Weise zentrale Fragen unserer Zeit verhandeln: Renate Gier-Francke und Giulia Zabarella.
Während die eine mit Sprache, Literatur und feinen Bildschichten arbeitet, nähert sich die andere über Klang, Raum und Bewegung den Spuren von Erinnerung. Gemeinsam entsteht ein vielschichtiger Dialog über Themen wie Liebe, Flucht und Identität.
Renate Gier-Francke: Poesie als Bildraum

Renate Gier-Franckes Arbeiten verbinden Text und Bild auf besondere Weise. In ihren Collagen schreibt sie fragmentarische Texte direkt auf feines Papier, überlagert sie mit Blattsilber, Bildern und Wachs und lässt daraus fragile, zugleich dichte Kompositionen entstehen.
Inhaltlich kreisen ihre Werke um literarische Stimmen wie Paul Celan und Ingeborg Bachmann sowie um mythische Stoffe wie das Gilgamesch-Epos. Sprache wird dabei nicht nur Träger von Bedeutung, sondern selbst zum Material – verdichtet, überlagert und neu erfahrbar gemacht.
Giulia Zabarella: Klangräume der Erinnerung
Giulia Zabarella setzt einen anderen Schwerpunkt: Ihre Arbeiten entstehen aus Begegnungen mit realen Orten und ihren Geschichten. Für ihre Soundinstallation „Come to the places of pain“ recherchierte sie im Südkaukasus – in Georgien und Aserbaidschan – und sammelte Eindrücke von Grenzräumen, verlassenen Gebäuden und Erinnerungsorten.
Das Ergebnis ist eine raumgreifende Klanginstallation, die persönliche Erfahrungen mit kollektiven Erinnerungen verwebt. Fragmente, Stimmen und Geräusche schaffen eine Atmosphäre, die Besucherinnen und Besucher dazu einlädt, über die eigenen Räume und deren verborgene Geschichten nachzudenken.
Kunst als Spurensuche
Die Ausstellung verbindet visuelle Kunst, Text und Klang zu einem offenen Erfahrungsraum. Beide Positionen eint die Suche nach dem, was bleibt: Erinnerungen, Spuren, Emotionen – selbst dort, wo Brüche, Verlust oder Veränderung sichtbar werden.
So entsteht eine Ausstellung, die leise, poetisch und zugleich eindringlich ist – und die zeigt, dass selbst in komplexen oder schmerzhaften Zusammenhängen etwas bestehen bleibt: Wahrnehmung, Reflexion und vielleicht auch Hoffnung.
Infos auf einen Blick
„Und die Blumen riechen trotzdem“
20. März bis 5. Juli 2026
Museum Fürstenfeldbruck
Weitere Informationen im Kalender und auf der Website des Museums.
Weiteres in der Rubrik Ausstellungen und auf der Seite Ausstellungen.
