
Das Bayerische Staatsballett im Mai
„Illusionen – wie Schwanensee“ und „Die Kameliendame“
Im Mai lädt das Bayerische Staatsballett zu zwei eindrucksvollen Wiederbegegnungen mit Werken des Meisterchoreografen John Neumeier ein. Mit „Illusionen – wie Schwanensee“ und der Wiederaufnahme von „Die Kameliendame“ stehen zwei Produktionen auf dem Spielplan, die auf unterschiedliche Weise von Liebe, Sehnsucht sowie den Grenzen zwischen Realität und Vorstellung erzählen.
Illusionen – wie Schwanensee
Den Auftakt bildet „Illusionen – wie Schwanensee“ vom 2. bis 8. Mai. In diesem vielschichtigen Ballett verbindet John Neumeier seine unverwechselbare choreografische Handschrift mit Motiven aus Tschaikowskis berühmtem Klassiker „Schwanensee“. Im Zentrum steht König Ludwig II.. Seine Erinnerungen, Träume und Fantasien verweben sich zunehmend mit der Handlung des Balletts, in das sich der verzweifelte Monarch flüchtet. Vergangenheit und Gegenwart, Bühne und Wirklichkeit verschmelzen zu einer poetischen Reflexion über Einsamkeit, Ideale und die Kraft der Fantasie. Doch auch in Neumeiers eigener Deutung dürfen ikonische Figuren wie die Schwanenkönigin Odette und ihr Gefolge nicht fehlen. Diese erscheinen im zweiten Akt in der berühmten Schwanenseeszene.
Die Kameliendame

Ein weiteres Highlight des Monats ist die Wiederaufnahme von „Die Kameliendame“ ab 12. Mai. Das Ballett nach dem berühmten Roman von Alexandre Dumas kehrt nach sechs Jahren auf die Nationaltheater-Bühne zurück. Dabei zählt Neumeiers Ballett zu den bewegendsten erzählerischen Werken des modernen Handlungsballetts. Im Mittelpunkt steht die tragische Liebesgeschichte zwischen der Pariser Kurtisane Marguerite Gautier und dem jungen Armand Duval, eine Beziehung, die an gesellschaftlichen Konventionen, Missverständnissen und persönlichen Opfern zerbricht. Zur Musik von Frédéric Chopin entfaltet sich eine berührende Choreografie von großer emotionaler Tiefe, die psychologische Feinheit mit tänzerischer Virtuosität verbindet. Raffiniert nimmt Neumeier das Motiv des Theaterbesuchs der Protagonistinnen und Protagonisten aus der Romanvorlage auf. Er konkretisiert dieses Motiv, indem er das unglückliche Schicksal von Marguerite und Armand im „Bühnenschicksal“ zweier anderer literarischer Figuren aus einem früheren Jahrhundert, Manon Lescaut und ihres Liebhabers Des Grieux, spiegelt. John Neumeiers einfühlsame Figurenzeichnung und seine dramaturgische Klarheit verleihen dem Werk zeitlose Intensität und machen „Die Kameliendame“ zu einer seiner eindrucksvollsten Bühnenerzählungen.
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