
Ödipus im Residenztheater München
Mythos trifft Gegenwart: „Ödipus“ als Politthriller im Residenztheater München
Mit der deutschsprachigen Erstaufführung von „Ödipus“ bringt das Residenztheater einen der größten Stoffe der Theatergeschichte radikal in die Gegenwart. Regisseur und Dramatiker Robert Icke verwandelt die Tragödie nach Sophokles in einen packenden Politthriller – und zeigt, wie zeitlos die Fragen nach Wahrheit, Macht und Identität sind.
Im Zentrum steht Ödipus, ein charismatischer Spitzenkandidat kurz vor dem Wahlsieg. Die Zukunft scheint klar: Macht, Einfluss und ein neues politisches Kapitel. Doch Zweifel wachsen. Warum werden Details zum Tod seines Vorgängers geheim gehalten? Was steckt hinter den Gerüchten um seine Herkunft? Und wer profitiert davon, wenn die Wahrheit verborgen bleibt?
Während die Stunden bis zur Wahl verrinnen, beginnt Ödipus zu recherchieren – gegen Widerstände, gegen Warnungen, gegen die eigene Angst. Was als politische Aufklärung beginnt, entwickelt sich zu einer existenziellen Suche, die sein gesamtes Leben infrage stellt. Familie, Herkunft und Identität geraten ins Wanken.
Ickes Inszenierung verbindet familiäre Intimität mit gesellschaftlicher Sprengkraft. Zwischen Wahlkampfzentrale und privatem Ausnahmezustand entfaltet sich ein Drama, das näher an der Gegenwart kaum sein könnte. Fake News, politische Inszenierung und die Suche nach Wahrheit machen „Ödipus“ zu einem intensiven Theatererlebnis – klug, beklemmend und hochaktuell.
Die Premiere am 24. April markiert einen der spannendsten Momente der Saison am Residenztheater. Mehr Infos hier und natürlich in unserem Kalender.
