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Die Theaterspiele in der Glyptothek gehören zum Münchner Kultursommer. © Theaterspiele Glyptothek

Zwischen Antike und Gegenwart

15. Juni 2026

Große Tragödien und mehr mit den Theaterspielen Glyptothek

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Ensemble Spielzeit 2025 © Astrid Ackermann

Wenn die Sonne langsam hinter den Säulen der Glyptothek verschwindet, die ersten Schatten über den Innenhof wandern und zwischen antiken Skulpturen Theater gespielt wird, beginnt einer der stimmungsvollsten Kulturabende Münchens. Seit mittlerweile 36 Jahren verwandeln die Theaterspiele Glyptothek den Innenhof des Museums am Königsplatz in eine außergewöhnliche Freilichtbühne zwischen Antike und Gegenwart.

Die Verbindung von klassizistischer Architektur, sommerlicher Abendstimmung und großen Stoffen der Weltliteratur macht den besonderen Reiz dieses Formats aus. Gäste nehmen unter freiem Himmel Platz, genießen Wein, Wasser und Brot und erleben Theater dort, wo Kunst und Geschichte seit Jahrhunderten zuhause sind.

Aktuell verantworten Alex Novak und Sven Schöcker das traditionsreiche Sommerfestival. Ihr Ansatz: antike Stoffe nicht als museale Erinnerungsstücke zu präsentieren, sondern als lebendige Geschichten, die bis in die Gegenwart wirken. Die Inszenierungen greifen zeitlose Fragen nach Macht, Verantwortung, Gemeinschaft und menschlichen Abgründen auf und übersetzen sie für ein heutiges Publikum.

Antike Stoffe, aktuelle Fragen

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Der Dichter Euripides aus der griechischen Antike. © dimitrisvetsikas1969 / pixabay

Im Mittelpunkt der Saison 2026 stehen zwei Neuinszenierungen.

Mit „Antigone“ bringt Regisseur Alex Novak Sophokles‘ berühmte Tragödie auf die Bühne. Nach einem verheerenden Bürgerkrieg versucht Kreon, Ordnung in die Stadt Theben zu bringen. Doch seine Entscheidung, Antigones Bruder die Bestattung zu verweigern, führt zu einem Konflikt zwischen staatlichem Recht und moralischer Verantwortung. Eine Geschichte über Macht, Gerechtigkeit und die Frage, wie Gesellschaften nach Krisen wieder zusammenfinden können.

Einen anderen Zugang wählt „Dionysos“ nach Euripides in der Fassung von Roland Schimmelpfennig. Regisseur Sven Schöcker widmet sich dem Spannungsfeld zwischen Vernunft und Ekstase, Rationalität und Irrationalität. Der Gott Dionysos fordert die Menschen heraus, ihre kontrollierte Ordnung zu hinterfragen – und führt sie an die Grenzen ihrer Gewissheiten. Ein ebenso archaisches wie überraschend aktuelles Stück über die Kräfte, die unsere Gesellschaft zusammenhalten und auseinanderreißen können.

Mehr als Theater

Ergänzt wird das Programm ab August durch die Wiederaufnahme von „Kassandra“ sowie „Jazz & Erlesenes„, einer atmosphärischen Verbindung aus Live-Jazz und kraftvollen Texten. Zudem lädt „Morgensonne und Götterspeis“ zu Theater am Vormittag ein.

Was die Theaterspiele Glyptothek jedoch seit Jahrzehnten besonders macht, ist nicht allein das Programm. Es ist die Atmosphäre eines Sommerabends zwischen Marmor, Geschichte und lebendigem Theater. Ein Ort, an dem große Fragen verhandelt werden und zugleich jene Leichtigkeit spürbar bleibt, die Münchens Kultursommer so besonders macht.

Ob laue Sommerabende oder drohender Regen: Wein, Wasser, Brot und große Geschichten gehören hier seit Jahrzehnten zusammen.

Weitere Informationen und Tickets gibt es auf der Webseite der Theaterspiele Glyptothek und alle Termine finden Sie außerdem im Kalender.


Weiteres in der Rubrik Theater und auf der Seite Theater.

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