header suchen
Bei Facebook enmpfehlen...
Bei Twitter enmpfehlen...
Via Whatsapp enmpfehlen...
© Haus des Deutschen Ostens

Zwischen Tradition und Erinnerung

8. Juli 2026

Zwei Ausstellungen im Haus des Deutschen Ostens

Im Haus des Deutschen Ostens sind ab Juli zwei Ausstellungen zu sehen, die unterschiedliche Zugänge zu Geschichte, Kultur und Erinnerung eröffnen. Mit „Bilder der Heimat in Kinderaugen“ und „Einfach schön? Politisierung deutscher Volkskultur aus dem östlichen Europa“ rücken sie Fragen nach Herkunft, Wahrnehmung und kultureller Deutung in den Mittelpunkt – jeweils aus sehr verschiedenen Perspektiven.

Haus des Deutschen Ostens Ausstellungen
Zwischen Kindheitserinnerungen und Volkskultur: Zwei Ausstellungen zeigen, wie Heimat entsteht, bewahrt und immer wieder neu interpretiert wird.

Den Anfang macht „Bilder der Heimat in Kinderaugen“ vom 14. Juli bis 31. Oktober. Die Ausstellung zeigt Arbeiten von Kindern zwischen 6 und 12 Jahren, die familiäre Wurzeln in den ehemaligen deutschen Siedlungsgebieten im östlichen Europa haben. Die Werke entstanden im Rahmen eines Malwettbewerbs, der auf eine Initiative der Beauftragten der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene zurückgeht. Ausgangspunkt waren intensive Gespräche zwischen den Generationen: Großeltern und Urgroßeltern berichteten von ihrer Vergangenheit, die Kinder übersetzten diese Erzählungen in eigene, sehr unmittelbare Bildwelten. So entsteht ein eindrucksvoller Dialog, in dem sich Erinnerung, Emotion und Vorstellungskraft überlagern und der Begriff „Heimat“ subjektiv neu gefasst wird.

Einen analytischen Zugang wählt die Schau „Einfach schön? Politisierung deutscher Volkskultur aus dem östlichen Europa“ vom 24. Juli bis 17. Oktober. Sie hinterfragt die scheinbare Selbstverständlichkeit, mit der kulturelle Praktiken wie Volkstanz, Tracht oder musikalische Traditionen als „einfach schön“ und authentisch wahrgenommen werden und zeigt, dass diese Zuschreibungen Ergebnis moderner Sehgewohnheiten und historischer Idealisierungen sind. Besonders im 20. Jahrhundert – zwischen den 1920er- und 1960er-Jahren – wurden volkskulturelle Formen immer wieder politisch gedeutet und funktional eingesetzt. Anhand von Objekten und Archivmaterialien aus dem IKDE wird deutlich, wie stark solche Ästhetiken gesellschaftlich aufgeladen waren und wie sich diese Deutungsmuster auch über 1945 hinaus fortschrieben.

Im Zusammenspiel eröffnen beide Ausstellungen ein Spannungsfeld zwischen persönlicher Erinnerung und kultureller Konstruktion. Während die eine den individuellen Blick auf Herkunft und Heimat sichtbar macht, analysiert die andere die historischen und politischen Rahmenbedingungen kultureller Bilder. So entsteht ein vielschichtiger Ort der Reflexion, wie Vergangenheit erzählt, gesehen und neu gedacht wird.

Weitere Informationen finden Sie außerdem im Kalender.


Weiteres in der Rubrik Ausstellungen und auf der Seite Ausstellungen.

Was gibt's Neues? Aktuelle Veranstaltungen in München wie Konzerte, Ausstellungen, Theater­stücke und weitere Highlights auf einen Blick!
Ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen.
Anmelden