
Zwei Klaviere, vier Hände, zwei Welten: Zwischen Komposition und Improvisation
Das außergewöhnliche Konzertformat „In Schwarz und Weiß – zu 4 Händen an 2 Klavieren“ geht genau dieser Frage nach: Am Mittwoch, 22. April, und Donnerstag, 23. April, begegnen sich im schwere reiter in München notierte Neue Musik und freie Improvisation – direkt, intensiv und ohne Netz oder doppelten Boden.
Dialog am Klavier: Kontrolle trifft Freiheit
Im Zentrum stehen vier Klavierduos, die jeweils einen eigenen Zugang zur zeitgenössischen Musik mitbringen. Während die Ensembles der Neuen Musik sich präzise an notierte Partituren annähern, mit feinen Abstimmungen in Tempo, Dynamik und Ausdruck, arbeiten die improvisierenden Duos im Moment: Entscheidungen entstehen spontan, musikalische Entwicklungen bleiben offen.
Zwei Persönlichkeiten, ein Instrument – das bedeutet hier nicht nur Zusammenspiel, sondern unmittelbare Kommunikation. Die Verständigung erfolgt entweder über die Partitur oder aus dem Augenblick heraus.
Mittwoch, 22. April: Stockhausen trifft spontane Klangwelten

Der erste Abend spannt einen Bogen von ikonischer Avantgarde zur freien Improvisation. Mit „Mantra“ von Karlheinz Stockhausen, dargeboten von Sophie Raynaud und Jean-Pierre Collot, steht ein Schlüsselwerk der Neuen Musik im Mittelpunkt: ein komplexes, formal streng gebautes Stück für zwei Klaviere, das auf einer einzigen musikalischen Formel basiert und seit Jahrzehnten Kultstatus genießt.
Dem gegenüber steht ein improvisierter Dialog von Kirke Karja und Felix Hauptmann. Ihr Programm „Underwater Consciousness“ entfaltet sich als offener Klangraum – zwischen rhythmischer Verdichtung, feinen Texturen und spontaner Interaktion.
Karten für den Event gibt es hier.
Donnerstag, 23. April: Musik im Spiegel der Zeit

Am zweiten Abend rückt die Beziehung zwischen Vergangenheit und Gegenwart in den Fokus. Das Klavierduo Neeb widmet sich Werken, die musikalische Tradition reflektieren und weiterdenken – von Maurice Ravel bis Bernd Alois Zimmermann.
Parallel dazu lotet das Duo Rieko Okuda und Achim Kaufmann die Möglichkeiten des Instruments neu aus. Unter dem Titel „Mirror – Contrast“ entstehen Klanglandschaften, die klassische Spielweisen erweitern: Geräusche, extreme Register und experimentelle Techniken schaffen ein beinahe orchestrales Klangbild.
Ein Konzertformat mit Perspektiven
Das Besondere: Beide Abende stellen bewusst Gegensätze nebeneinander – Komposition und Improvisation, Struktur und Freiheit, Planung und Risiko. Dabei entsteht kein Wettbewerb, sondern ein vielschichtiger Dialog über das, was Musik heute sein kann.
Internationale Besetzungen und unterschiedliche Generationen bringen zusätzliche Perspektiven ein. So wird das Konzertformat selbst zum Experiment – und das Publikum zum Teil eines offenen musikalischen Prozesses.
Tickets lassen sich hier sichern. Mehr Infos gibt es auch in unserem Kalender.
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