
Konstantin Schumann © Judith Buss
Auf den Spuren einer Tanzpionierin
Marie Schleef inszeniert Valeska Gert neu
Vor 100 Jahren tanzte Valeska Gert, einst Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele und Ikone des expressionistischen Tanzes, den Berliner Großstadtverkehr samt Unfall auf die Bühne – exzentrisch, hektisch, kompromisslos. Regisseurin Marie Schleef begibt sich mit „(Münchner) Verkehr“ nun auf die Spuren dieser choreografischen Pionierin und übersetzt ihre Versuchsanordnung in die Gegenwart: eine Auseinandersetzung mit Tempo, Nervosität und dem ewigen Fluss der Großstadt, verdichtet zu einer eigenwilligen Bewegungssprache zwischen Erbe und Erneuerung. Gerts Diktum „Man wird schneller vergessen, als man denkt“ gibt dabei den melancholischen Grundton vor. Premiere feiert die Produktion am 16. Oktober in der Therese-Giehse-Halle – jenem Probenbühnen-Ort, der Raum für genau solche experimentellen Formen bietet.
