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Ausstellung mit Originalen, Zeichnungen und Skizzen aus dem vielseitigen Werk des Münchner Künstlers Ali Mitgutsch.
Ali Mitgutsch gilt als Vater des Wimmelbuchs. Die Ausstellung zeigt auch weniger bekannte Seiten seines künstlerischen Schaffens. © Ali Mitgutsch

Augen auf! Ali Mitgutsch und das große Gewimmel

8. September 2026

Die Internationale Jugendbibliothek zeigt das vielseitige Werk des Vaters der Wimmelbücher

Wer ein Wimmelbuch von Ali Mitgutsch aufschlägt, blickt nicht einfach auf ein Bild. Überall passiert etwas: Kinder rennen, Menschen stolpern, Autos fahren, auf Baustellen wird gearbeitet, am Wasser und in den Bergen herrscht geschäftiges Treiben. Kleine Geschichten spielen sich gleichzeitig ab und warten darauf, entdeckt zu werden. Mit „Rundherum in meiner Stadt“ schuf Mitgutsch 1968 seinen ersten großen Wimmelbuch-Klassiker und prägte damit ein bis heute beliebtes Genre der Kinderliteratur.

Die Ausstellung „Augen auf! Ali Mitgutsch und das große Gewimmel“ in der Internationalen Jugendbibliothek auf Schloss Blutenburg richtet den Blick nun auf das gesamte künstlerische Schaffen des 2022 verstorbenen Münchners. Vom 16. September bis 21. März 2027 sind im Foyer und Wehrgang Originale aus verschiedenen Schaffensphasen zu sehen. Die IJB bezeichnet die Präsentation als erste vollständige Werkausstellung zu Mitgutsch.

Mehr als Wimmelbücher

Mitgutschs Wimmelbilder leben von ihrer Fülle. Ohne erklärende Texte erzählen sie von Alltag und kleinen Abenteuern, von Missgeschicken und Begegnungen. Gerade die Gleichzeitigkeit der vielen Szenen macht den besonderen Reiz aus: Während im Vordergrund eine Geschichte beginnt, kann sich am anderen Ende des Bildes bereits die nächste entwickeln.

Doch das Wimmelbuch bildet nur einen Teil seines umfangreichen Werks. Mitgutsch schuf mehr als 70 Bilderbücher, darunter Sachbilderbücher, Märchen und eigene Geschichten. Hinzu kommen Zeichnungen, Objekte und freie künstlerische Arbeiten. Die Ausstellung möchte diese unterschiedlichen Facetten zusammenführen und damit den Blick auf den Künstler hinter den berühmten Wimmelbildern erweitern.

Originale aus sechs Jahrzehnten

Die Internationale Jugendbibliothek schöpft für die Ausstellung aus dem Nachlass Ali Mitgutschs, der von seinen Kindern verwaltet wird. Zu sehen sind Originale von den künstlerischen Anfängen in den 1950er-Jahren bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. Neben bekannten Arbeiten aus den Wimmelbüchern gehören dazu auch Bilder, Zeichnungen und Skizzen, die bislang nicht öffentlich zu sehen waren.

Dabei wird auch ein Spannungsfeld sichtbar, das Mitgutschs Leben und Arbeit prägte: Er reiste viel und ließ sich von Eindrücken aus aller Welt inspirieren, blieb zugleich aber eng mit München und Bayern verbunden. Seine Bilder beobachten den Alltag genau und verwandeln ihn mit Humor und Fantasie in kleine Bühnen des Lebens.

Ein Künstler, der zum Entdecken einlädt

Die Ausstellung richtet sich damit nicht nur an Kinder, die in den Wimmelbildern nach versteckten Geschichten suchen. Auch Erwachsene können darin Erinnerungen an eine vertraute Bilderwelt entdecken und zugleich bislang unbekannte Seiten des Künstlers kennenlernen.

Begleitend bietet die Internationale Jugendbibliothek verschiedene Workshops an. Kinder können eigene Wimmelbilder gestalten, aus Mitgutschs Szenen Geschichten entwickeln oder sich mit seinen weniger bekannten „Traumkästen“ beschäftigen.

Eröffnet wird die Ausstellung am 15. September 2026 um 19 Uhr mit einer Vernissage in Anwesenheit von Ali Mitgutschs Söhnen und Tochter. Die Ausstellung selbst ist anschließend bis zum 21. März 2027 im Foyer und Wehrgang der Internationalen Jugendbibliothek auf Schloss Blutenburg zu sehen.


Weiteres in der Rubrik Ausstellungen für Kinder und auf der Seite Ausstellungen für Kinder.

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