header suchen
Bei Facebook enmpfehlen...
Bei Twitter enmpfehlen...
Via Whatsapp enmpfehlen...
Junge Frau aus Siebenbürgen/Rumänien in siebenbürgisch-sächsischer Tracht, Heimattag der Siebenbürger Sachsen, Dinkelsbühl. 2005, Foto:
© Josef Balazs, Schwabach

Ausstellung „Wer bin Ich? Wer sind Wir?“

15. Oktober 2020

Das Haus des Deutschen Ostens in München feiert sein 50-jähriges Jubiläum mit einer Ausstellung

Wer bin Ich? Wer sind Wir? – jeder Mensch, jede Gemeinschaft vergewissert sich der eigenen Identität stets aufs Neue. Ihre Bezugspunkte sind Herkunft, Sprache, Religion, Kultur. Dabei sind individuelle und kollektive Identitäten ambivalent, vielschichtig, und sie wandeln sich mit neuen Erfahrungen. Die Ausstellung Wer bin Ich? Wer sind Wir?, die anlässlich des 50-jährigen Bestehens des HDO vom 16. Oktober bis 9. April 2021 stattfindet, hat die regional vielfältigen Identitäten von Deutschen aus dem östlichen Europa zum Thema.

Der Münchner Stadtrat, Dr. Florian Roth (Siebenbürgen), die Heimatpflegerin der Sudetendeutschen, Dr. Zuzana Finger (Slowakei), die Musikerfamilie Hubert (Russland), die Verwaltungsangestellte Andrea Kielburg (Banat), der Historiker Lukas Moj (Oberschlesien) und der weltberühmte Musiker Mulo Francel (Böhmen) – ihre Interviews stehen im Mittelpunkt der Jubiläumsausstellung des Hauses des Deutschen Ostens. Darin setzen sie sich mit der Bedeutung von Heimat, Sprache, Familie, Musik, Tracht und Erinnerung für ihr Leben und ihr Selbstverständnis auseinander.

TT_10_20_HdDO04_Ausstellungsplakat_300x570Neben diesen Faktoren nimmt die Ausstellung zugleich Religion und Literatur, Brauchtum und Handwerk, Essen, Landschaft und Symbole in den Blick, fragt nach ihrer Bedeutung für die individuellen und kollektiven Identitäten der Deutschen aus dem östlichen Europa. Der Komplexität und dem Facettenreichtum des Themas sucht sie durch exemplarische Annäherungen Rechnung zu tragen. Sie stellt sie vor am Beispiel der international berühmten Richard-Wagner-Festspiele im westpreußischen Zoppot bei Danzig / Gdańsk, 1922-1944; am Beispiel der Dialekte wie dem Zipserdeutsch in der Slowakei; mit Hinweis auf religiöse Traditionen wie die oberschlesische Barbarafeier; und auf Bräuche wie den Urzellauf an Fasching in Siebenbürgen oder auf Bekleidungsformen wie die Wischauer Tracht aus Mähren.

Identitätsdiskurse der NS-Zeit erfahren eine kritische Betrachtung am Beispiel des Portrait- und Landschaftsfotografen Hans Retzlaff (1902–1965). Seine Aufnahmen der Bräuche und Trachten der Deutschen in Siebenbürgen, dem Banat und Schlesien waren dem NS-Ideal von Nation, Rasse und „Großdeutschtum“ verpflichtet und dienten einer entsprechend geprägten „Völkerkunde“ zur visuellen Konstruktion des „arischen Menschen“.

Identitätsprozesse der letzten Jahrzehnte und der aktuellen Gegenwart werden in der Kultur der Heimatfeste, wie dem seit 1951 stattfindenden Heimattag der Siebenbürger Sachsen im mittelfränkischen Dinkelsbühl, oder in den öffentlichen Debatten um neue Kollektivsymbole der Deutschen aus dem östlichen Europa, wie das zentrale Vertriebenendenkmal des Freistaates Bayern am Hallplatz in Nürnberg, veranschaulicht.

Die Ausstellung Wer bin Ich? Wer sind Wir? zeigt: Deutsche Identitäten in Ostmittel- und Südosteuropa waren weder in der Vergangenheit noch sind sie in der Gegenwart als Einheit zu begreifen. Ihr Wesen lag und liegt nach wie vor in ihrer Vielfalt.
Exponate für die Ausstellung stellten – neben zahlreichen privaten Leihgebern – der Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V. (München) sowie die Sudetendeutsche Stiftung (München) zur Verfügung.

Zur Ausstellungseröffnung am Donnerstag, dem 15. Oktober 2020, um 18.00 Uhr, sprechen Professor Dr. Andreas Otto Weber, Direktor des Hauses des Deutschen Ostens, sowie die Ausstellungskuratorinnen Lilia Antipow und Patricia Erkenberg (beide HDO). Veranstaltungsort ist der Adalbert-Stifter-Saal im Sudetendeutschen Haus, Hochstr. 8, 81669 München. Coronabedingt ist eine Anmeldung vor dem Besuch der Ausstellung nötig.

Historische Objekte aus dem östlichen Europa ...

Bild 1 von 7

Urzelmaske. Element eines Faschingskostüms, Siebenbürgen / Rumänien,
Foto: © Lilia Antipow, München 2020.

Haus des Deutschen Ostens,
Am Lilienberg 5,
81669 München

Dauer der Ausstellung: 16. Oktober 2020 bis 9. April 2021.
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10.00 bis 20.00 Uhr (werktags), in den Weihnachtsferien geschlossen. Wegen der aktuellen Verbreitung des Corona-Virus SARS-Cov-2 gelten Sonderbedingungen für den Ausstellungsbesuch in unserem Hause. Diese finden Sie hier.
Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München


Weiteres in der Rubrik Ausstellungen und auf der Seite Ausstellungen.