
Historischer Bösendorfer-Flügel mit Wiener Mechanik. © Veranstalter
Das Fest der historischen Klaviere 2026
Klanggeschichte zum Hören, Erleben und Vergleichen
Historische Musikinstrumente sind weit mehr als museale Sammlerstücke. Sie bewahren Klangwelten, die Komponisten wie Mozart, Beethoven, Schubert oder Mussorgsky tatsächlich im Ohr hatten, als ihre Werke entstanden. Beim Fest der historischen Klaviere verwandelt sich das Klavier-Spiel-Museum im Movimento München vom 5. bis 18. September erneut in einen außergewöhnlichen Konzertort, an dem Musikgeschichte unmittelbar hörbar wird.
Nach der erfolgreichen Premiere im Jahr 2024 kehrt das Festival mit einem abwechslungsreichen Programm zurück. An fünf Konzertabenden stehen nicht nur renommierte Pianistinnen und Pianisten sowie Kammermusiker auf der Bühne – auch die historischen Instrumente selbst werden zu den eigentlichen Stars des Festivals.
Musik auf Originalinstrumenten
Während moderne Konzertflügel einen nahezu standardisierten Klang besitzen, erzählt jedes historische Instrument seine eigene Geschichte. Die beim Festival eingesetzten Flügel entstanden zwischen 1855 und 1906 in den Werkstätten von Theodor Stöcker, Schiedmayer & Söhne, Ludwig Bösendorfer, Steinway & Sons und Georg Schwechten. Sie unterscheiden sich in Mechanik, Klangfarbe und Dynamik teilweise erheblich und eröffnen damit völlig neue Perspektiven auf bekannte Werke der Klavierliteratur.
Wer Schubert, Beethoven oder Brahms auf diesen Instrumenten hört, erlebt viele musikalische Details überraschend neu. Manche Passagen wirken transparenter, andere intimer oder farbenreicher – Eigenschaften, die auf modernen Konzertflügeln oft weniger deutlich hervortreten.
Hochkarätige Künstler gestalten das Festival

Abb.: Michail Glinka während der Komposition der Oper „Ruslan und Ludmilla“ (Öl auf Leinwand, 98 × 117 cm), 1887, Künstler: Ilja Repin (1844–1930)
Festivalleiter Jürgen Plich eröffnet die Konzertreihe am 5. September mit einem russischen Klavier- und Kammermusikabend auf einem seltenen Konzertflügel von Theodor Stöcker aus dem Jahr 1855. Werke von John Field, Michail Glinka und Modest Mussorgsky treffen dabei auf den außergewöhnlichen Klang eines der wenigen erhaltenen konzertfähigen Instrumente dieses Typs.
Ein besonderer Höhepunkt folgt am 8. September mit dem Schubert-Abend des Pianisten Tobias Bredohl, dessen Interpretation bereits beim ersten Festival das Publikum begeisterte. Violinistin Doris Orsan widmet sich gemeinsam mit Jürgen Plich am 11. September den großen Wiener Klassikern Mozart, Beethoven und Schubert.
Mit Gregor Weichert gastiert am 15. September außerdem einer der bedeutendsten deutschen Pianisten seiner Generation im Movimento München. Neben Werken von Bach, Mozart, Beethoven und Liszt präsentiert er auch selten gespielte Kompositionen Ernst Haberbiers und schlägt damit eine Brücke zwischen musikalischer Tradition und Wiederentdeckung.
Den Abschluss bildet Jürgen Plich mit einem ebenso humorvollen wie kenntnisreichen Konzertabend am 18. September unter dem Titel „Im Mondschein träumt der fröhliche Landmann von Elise„. Bekannte Klavierstücke werden neu erzählt, erläutert und auf mehreren historischen Flügeln unmittelbar miteinander verglichen – eine ebenso unterhaltsame wie lehrreiche Reise durch mehr als fünf Jahrzehnte Klavierbaugeschichte.
Fest der historischen Klaviere 2026 - 5. bis 18. September
Pianist und Festivalleiter Jürgen Plich eröffnet das "Fest der historischen Klaviere" am 5. September mit Werken von Glinka, Mussorgsky und John Field. Gespielt wird auf einem seltenen Konzertflügel von Theodor Stöcker aus dem Jahr 1855, dessen außergewöhnliche Konstruktion für einen besonders glockenartigen Klang sorgt.
© Veranstalter
Musikgeschichte entdecken – und erleben
Das Besondere am Fest der historischen Klaviere ist die unmittelbare Begegnung mit den Instrumenten. In den Konzertpausen und nach den Aufführungen besteht Gelegenheit, die historischen Flügel aus nächster Nähe zu betrachten und mehr über ihre Bauweise, Geschichte und klanglichen Besonderheiten zu erfahren.
So wird das Festival weit mehr als eine Konzertreihe. Es verbindet Musikgeschichte, Instrumentenkunde und hochkarätige Interpretationen zu einem außergewöhnlichen Kulturerlebnis, das nicht nur Klavierliebhaber begeistert.
Mehr Infos und Tickets auf der Webseite des Festivals der historischen Klaviere und in unserem Kalender.

