Klaus Netzle
Eine Ausstellung zum bildnerischen Werk des Münchner Künstlers, Komponisten und Medienpioniers.
Das Pop Up Blumen21
präsentiert vom 25. bis 30. Juli 2026 ausgewählte Arbeiten von Klaus Netzle
(1926-2019). Bekannt als Komponist und Pionier elektronischer Musik,
entwickelte Netzle seit den 1980er-Jahren zugleich ein eigenständiges
bildnerisches Werk. Seine expressiven Materialbilder verbinden Malerei,
Objektkunst und experimentelle Verfahren. Asphalt, Sand, Pigmente und
Fundstücke verdichten sich zu kraftvollen Bildwelten zwischen Figuration und
Abstraktion. Anlässlich seines 100. Geburtstags bietet die Ausstellung einen seltenen Einblick in das
künstlerische Schaffen eines außergewöhnlichen Münchner Grenzgängers.
Klaus Netzle wurde 1926 in München geboren und blieb seiner Heimatstadt zeitlebens eng verbunden. München war Ausgangspunkt, Lebensmittelpunkt und immer wieder kreativer Bezugspunkt seines vielseitigen Schaffens als Musiker, Komponist, Medienpionier und bildender Künstler. Er starb 2019 in München.
Nach seinem Studium von Komposition und Gesang an der
Musikhochschule München gründete er unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg die
folkloristische Theatergruppe "Die Altbayrische Spielgruppe". Daraus entstand
das Ensemble "Die Isarspatzen" , das vom Bayerischen Rundfunk
entdeckt wurde und über Jahrzehnte hinweg zu den bekanntesten Vertretern
bayerischer Unterhaltungskultur gehörte. Mit Radiosendungen wie der legendären "Weißblauen Drehorgel", Fernsehauftritten, Tourneen und Schallplattenproduktionen
prägten die Isarspatzen das kulturelle Nachkriegs-München entscheidend mit.
Klaus Netzle verband dabei als einer der Ersten traditionelle bayerische
Volksmusik mit modernen Arrangements - ein Ansatz, der seiner Zeit voraus
war.
Pionier und Produzent
In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich Netzle zu einem innovativen Musikproduzenten Münchens. Er gründete den Musikverlag Edition Komet, produzierte Fernsehformate für den Bayerischen Rundfunk und gehörte später zu den frühen Wegbereitern elektronischer Musik in Deutschland. Sein künstlerischer Weg führte ihn in den 1970er Jahren auch nach Kapstadt, wo er unter dem Künstlernamen Claude Larson als Produzent und Musiker erfolgreich wirkte. Wie bereits zuvor mit den Isarspatzen verband Netzle auch dort traditionelle Volksmusik mit modernen Arrangements und galt als Erneuerer der regionalen Musikkultur. Mit seinem Münchner Studio "Elmulab" arbeitete er an den neuesten Entwicklungen der elektronischen Klangerzeugung und brachte Technologien wie den Fairlight-Musikcomputer nach Europa. Von München aus knüpfte er internationale Verbindungen zu Künstlern, Technikentwicklern und Institutionen der elektronischen Musik.
Weg zur bildenden Kunst
Parallel dazu wandte sich Klaus Netzle seit den 1980er-Jahren zunehmend der Fotografie, Videokunst und schließlich der Malerei zu. Anfang der 1990er-Jahre entwickelte er eine eigenständige bildnerische Position zwischen Figuration und Abstraktion. Seine Werke verbinden expressive Farbigkeit mit Materialien wie Sand, Asphalt, Pigmenten, Fugenkitt und Fundstücken des Alltags. Die daraus entstehenden Bildobjekte stehen in der Tradition von Art Brut und Arte Povera und zeichnen sich durch eine außergewöhnliche physische Präsenz aus.
Wiederentdeckung zum 100. Geburtstag
Seine Arbeiten wurden in Deutschland, Spanien, den Niederlanden, Südafrika und der Schweiz gezeigt. Trotz seiner internationalen Tätigkeit blieb München stets der Mittelpunkt seines Wirkens. Hier entstanden viele seiner musikalischen Innovationen, hier entwickelte sich sein bildnerisches Werk, und hier war er über Jahrzehnte Teil des kulturellen Lebens der Stadt. Die Ausstellung im Pop-up Blumen21 versteht sich daher anlässlich seines 100. Geburtstags auch als Wiederentdeckung eines Münchner Originals, dessen künstlerisches Vermächtnis weit über einzelne Disziplinen hinausreicht.
Artikel "Klaus Netzle": https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Netzle
Quelle: Veranstalter
Eintritt frei
