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Eine Betreuungskraft unterstützt einen älteren Menschen im Alltag. Die 24-Stunden-Betreuung kann den Verbleib in der eigenen Wohnung ermöglichen.
24-Stunden-Betreuung kann älteren Menschen ermöglichen, länger in der vertrauten Wohnung zu leben. © erwinbosman / pixabay

Älter werden in München: Wie 24-Stunden-Betreuung zu Hause den Verbleib in der vertrauten Wohnung ermöglicht

7. September 2026

München gehört zu den Städten, in denen der Anteil der älteren Menschen kontinuierlich zunimmt. Dem Demografiebericht der Landeshauptstadt zur Folge lebt heute schon etwa jeder Fünfte der Münchnerinnen und Münchner im Rentenalter mit Tendenz steigend. Wohingegen stationäre Pflegeplätze Mangelware sind und manch einer darauf mehrere Monate warten muss, suchen Angehörige häufig nach Wegen, wie ein pflegebedürftiger Mensch möglichst lange in der eigenen Wohnung bleiben kann.

Warum der Verbleib zu Hause für viele im Vordergrund steht

Die eigene Wohnung ist viel mehr als nur ein Wohnort. Sie strukturiert den Tagesablauf, hält die Nachbarschaftskontakte aufrecht und stabilisiert bei beginnenden Gedächtnisstörungen wie einer beginnenden Demenz die zeitliche und örtliche Orientierung. Das zeigen jedenfalls die Studien des Zentrums für Qualität in der Pflege, wonach eine große Mehrheit der Befragten im Pflegefall zu Hause versorgt werden möchte. In München kommt sicher ein praktischer Gesichtspunkt hinzu, denn wer ins Heim geht, sieht sich häufig auch der Verlust einer über viele Jahre bewohnten und vergleichsweise günstigen Mietwohnung drohen.

Der Bedarf an Unterstützung kommt dabei nicht von heute auf morgen. Zunächst braucht es Hilfe beim Einkaufen, dann beim Baden, vielleicht nachts Betreuung, weil Sturzgefahr oder Unruhe besteht. An diesem Punkt sind dann die ambulanten Dienste am Ende, weil sie nur in Takten arbeiten können.

Was 24-Stunden-Betreuung zu Hause konkret bedeutet

Der Begriff ist irreführend, denn eine einzelne Person kann rechtlich nicht 24 Stunden am Stück arbeiten. Gemeint ist ein Modell, bei dem eine Betreuungskraft im Haushalt der zu betreuenden Person lebt, ihren Alltag begleitet und im Notfall auch nachts erreichbar ist. Die Aufgaben umfassen hauswirtschaftliche Tätigkeiten, Mobilisierung, Gesellschaft, Begleitung zu Terminen und einfache pflegerische Grundhandlungen. Behandlungspflege im Sinne des SGB V, etwa Injektionen oder Wundversorgung, ist ausgenommen und bleibt Aufgabe examinierter Pflegekräfte oder eines ambulanten Dienstes. Anbieter wie Linara vermitteln für solche Einsätze in aller Regel 24-Stunden-Betreuung zu Hause in München über das sogenannte Entsendemodell aus Mittel- und Osteuropa, das an klare arbeits- und sozialversicherungsrechtliche Vorgaben gebunden ist.

Typisch ist ein rotierender Einsatz von zwei oder drei Betreuungskräften, die sich in Zyklen von mehreren Wochen abwechseln. So bleiben feste Ruhezeiten gewahrt, und die betreute Person hat dennoch eine durchgehende Präsenz im Haushalt.

Rechtlicher Rahmen und Qualitätskriterien

Für die Beurteilung eines Vermittlungsangebots sind mehrere Punkte prüfbar. Dazu zählen:

  • eine gültige A1-Bescheinigung, die die Sozialversicherung im Herkunftsland nachweist
  • die Einhaltung des deutschen Mindestlohns nach dem Mindestlohngesetz
  • ein schriftlicher Dienstleistungsvertrag mit klar definiertem Leistungsumfang
  • Regelungen zu Arbeits-, Pausen- und Ruhezeiten gemäß Arbeitszeitgesetz
  • eine Haftpflichtversicherung, die den häuslichen Einsatz abdeckt

Das Bundesarbeitsgericht hat 2021 in einem viel beachteten Urteil klargestellt, dass auch Bereitschaftszeiten grundsätzlich vergütungspflichtig sind. Seriöse Agenturen kalkulieren dies transparent ein. In der Praxis liegen die monatlichen Kosten in München je nach Qualifikation und Sprachniveau der Betreuungskraft im vierstelligen Bereich, wobei Zuschüsse aus der Pflegeversicherung, etwa das Pflegegeld ab Pflegegrad 2 oder Leistungen der Verhinderungspflege, angerechnet werden können.

Woran sich die Qualität einer Vermittlung erkennen lässt

Vor Vertragsabschluss lohnt sich eine sachliche Prüfung. Hilfreiche Anhaltspunkte sind ein persönliches Vorgespräch mit Bedarfsanalyse in der Wohnung, transparente Angaben zur eingesetzten Agentur im Herkunftsland, eine feste Ansprechperson in Deutschland sowie eine schriftliche Zusicherung, wie im Krankheitsfall der Betreuungskraft Ersatz organisiert wird. Ergänzend geben Zertifizierungen, die einen Qualitätsrahmen für häusliche Betreuungsdienste beschreibt, oder Mitgliedschaften in Branchenverbänden wie dem VHBP eine erste Orientierung.

Angehörige in München finden weiterführende Informationen unter anderem bei den städtischen Fachstellen für pflegende Angehörige und bei den Pflegestützpunkten. Beide Stellen beraten kostenfrei und trägerneutral, was bei der Auswahl eines passenden Modells eine sinnvolle erste Anlaufstelle darstellt, bevor konkrete Verträge mit einer Vermittlungsagentur geschlossen werden.


Weiteres in der Rubrik Sonstiges und auf der Seite Sonstiges in und um München.

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