
Jobverlust – Typische Fehler kosten viele Münchner Arbeitnehmer bares Geld
Eine Kündigung ist oftmals eine emotionale Belastung. Da sie juristische und finanzielle Herausforderungen mit sich bringt, ist es aber trotz der Ausnahmesituation wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren.
Wenn man sich in dieser Situation falsch verhält, kann das schnell teuer werden. Im Großraum München waren in letzter Zeit vor allem Beschäftigte von Unternehmen in den Bereichen Medien, Hightech und im produzierenden Gewerbe von Kündigungswellen betroffen. Dieser Artikel zeigt, welche Fehler nach einer Kündigung typisch sind und wie diese sich von vornherein vermeiden lassen.
Abfindung richtig einschätzen
Nicht bei jeder Kündigung besteht die Chance, sich eine Abfindung zu erkämpfen. Einen zwingenden gesetzlichen Anspruch gibt es ohnehin nur in relativ wenigen Fällen. Dennoch wird in vielen Fällen letztlich eine Abfindung gezahlt. Oft besteht ein erheblicher Spielraum für Verhandlungen mit dem Arbeitgeber. Dieser hat nämlich ein Interesse daran, unnötige Kosten und Risiken durch einen Rechtsstreit zu umgehen und seinen guten Ruf zu wahren.
Um bei Verhandlungen zu wissen, welche Forderungen realistisch sind, ist ein Abfindungsrechner hilfreich. Dieser rechnet aus, welche Abfindung auf Basis des Gehalts, der Betriebszugehörigkeit und weiterer Faktoren erzielt werden kann.
Typische Fehler nach der Kündigung
Viele Arbeitnehmer unterschreiben vorschnell einen Aufhebungsvertrag, ohne die Konsequenzen zu überblicken und ohne zu verhandeln. Oft wird man dabei mit einer vermeintlich „normalen“ Abfindung abgespeist, obwohl tatsächlich eine deutlich höhere Abfindung entstehen könnte. Die Abfindungshöhe in Deutschland hängt nämlich von so vielen Faktoren ab, dass eine „übliche“ Abfindung nicht immer für den individuellen Fall “fair” ist.
Außerdem kann ein Aufhebungsvertrag zu einer Sperrzeit beim Arbeitslosengeld führen, weil die Agentur für Arbeit i.d.R. davon ausgeht, dass der Arbeitsplatz freiwillig aufgegeben wurde. Auch eine verspätete Meldung bei der Agentur kann zu Nachteilen führen. Wer sich nicht spätestens drei Tage nach Erhalt der Kündigung arbeitssuchend meldet, riskiert eine Leistungskürzung.
In bestimmten Fällen kann es sogar dann sinnvoll sein, gegen die Kündigung vorzugehen, wenn man das Arbeitsverhältnis beenden möchte. Eine Kündigungsschutzklage, unterstützt von einem spezialisierten Anwalt für Arbeitsrecht in München, kann die Verhandlungsposition stärken und zu einer besseren Abfindung führen.
Checkliste für den Ernstfall
Im Fall einer Kündigung ist die Abarbeitung der folgenden Checkliste sinnvoll:
- Kündigungsschreiben sorgfältig prüfen – idealerweise durch einen Fachanwalt
- Fristen einhalten: innerhalb von drei Tagen arbeitssuchend melden, innerhalb von drei Wochen gegebenenfalls Klage erheben
- Aufhebungsvertrag nicht unüberlegt unterschreiben
- Abfindung realistisch berechnen und gegebenenfalls verhandeln
- Bewerbungsunterlagen aktualisieren und gezielt neue Perspektiven prüfen
- Finanzielle Reserven sichern oder Beratung zur Überbrückung einholen
- Kontakt mit der Agentur für Arbeit frühzeitig aufnehmen
Neue Perspektiven gezielt angehen
Wer seinen Job verliert, steht vor beruflichen Entscheidungen, die einen erheblichen Einfluss auf das weitere Leben haben können. Eine schnelle Bewerbung auf die nächstbeste Stelle ist selten die beste Lösung. Vielmehr lohnt sich eine strategische Ausrichtung: Was passt zu den eigenen Fähigkeiten, wo bestehen reale Chancen auf eine langfristige Perspektive?
Unter Umständen ist es ratsam, Qualifizierungsangebote und Weiterbildungen zu nutzen, um die eigenen Chancen zu verbessern. Auch die Selbstständigkeit kann eine Option sein und wird oft durch einen Gründungszuschuss unterstützt.
Bewerbungsgespräche sollten auch in Phasen der Arbeitslosigkeit offen, aber souverän geführt werden. Arbeitssuchende sollten sich auch nicht unter Wert verkaufen.
Denkfehler vermeiden – Chancen nutzen
Viele Betroffene unterschätzen nach einer Kündigung ihren Handlungsspielraum. Sie sehen sich in einer Opferrolle und verzichten auf rechtliche Beratung. Andere wiederum handeln impulsiv und verschlechtern dadurch ihre Ausgangslage. Wer sich umfassend informiert, kann in der Regel mehr Vorteile und Chancen für sich herausholen. Wer klug vorgeht, macht im besten Fall aus der zunächst schwierigen Situation einen Schritt in eine bessere berufliche Zukunft.
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